Themenwoche 'Zukunft Alter'
IN KOOPERATION MIT DEM EVANGELISCHEN GERIATRIEZENTRUM BERLIN

Themenwoche Zukunft Alter

In Kooperation mit dem Evangelischen Geriatriezentrum Berlin (EGZB) und 105.5 Spreeradio

 

Schlaganfall – und dann? Was Patienten und Angehörige wissen sollten

In Deutschland ist der Schlaganfall nach Herzinfarkt und Krebs die dritthäufigste Todesursache. Pro Jahr erleiden ca. 300.000 Männer und Frauen einen Schlaganfall, jeder Fünfte stirbt an den direkten Folgen. Rund ein Drittel werden pflegebedürftig und tragen Schäden davon wie Lähmungen, Sprachverlust, Seh- und andere Wahrnehmungsstörungen.

 

Wie gravierend die Folgen eines Schlaganfalls sind, hängt davon ab, welche Hirnregion in welchem Ausmaß geschädigt wurde. Eine Rolle spielt aber auch die Plastizität des Gehirns, also seine Fähigkeit, sich neuen Bedingungen anzupassen. Hier gilt: Je besser der Patient und seine Angehörigen informiert sind, desto besser ist meist der Heilungsverlauf.

Die Rehabilitation mit Physiotherapie, Ergotherapie, Sprachtherapie und Neuropsychologie ist jedoch für einen Schlaganfall-Patienten recht mühsam: Alltägliche Bewegungen, über die er früher nicht einmal nachgedacht hat, müssen neu einstudiert werden und kosten – zumindest anfangs – viel Anstrengung. Für die Familie ist es in einer solchen Situation naheliegend, helfen zu wollen: Stuhl zurechtrücken, Essen kleinschneiden, Wünsche von den Lippen ablesen. Doch ständiges Bemuttern hindert den Patienten an der Übung, die er braucht, um seine Fähigkeiten wiederzuerlangen. Das heißt, die Familie muss lernen, den Betroffenen auch einmal zu fordern und ihn zur Aktivität zu ermuntern – im richtigen Maß natürlich. Hierzu gibt in fast in allen geriatrischen Einrichtungen Schulungsreihen für Angehörige. Wer diese Kurse besucht, kann auch bestimmte Verhaltensweisen von Schlaganfall-Patienten besser einordnen und angemessener reagieren.

 

Unsere Gäste:

Dr. Rahel Eckardt
ist Oberärztin am Evangelischen Geriatriezentrum, dem Stoffwechselzentrum und
der Forschungsgruppe Geriatrie am EGZB. Ihre Schwerpunkte sind Erkennen, Prävention und Therapie von Mangelernährung im Alter sowie Sturz-Risikoerkennung, Sturzprophylaxe und die Behandlung von Sturzfolgen. Für Patienten und solche, die es (möglichst lange) nicht werden wollen, besonders interessant: Frau Dr. Eckardt leitet auch allgemein zugängliche Kurse zum Thema „Gehirnjogging für Senioren“, die geeignet sind, das Risiko für Schlaganfall und andere Gehirnerkrankungen zu verringern.

 

Marieliese Shonubi
Jahrgang 1939, ist Angehörige eines Schlaganfall-Patienten.

 

Christine Strobl
arbeitet als Ergotherapeutin am Evangelischen Geriatriezentrum Berlin.

 

Stephanie Sommerfeldt
ist Krankengymnastin am Evangelischen Geriatriezentrum Berlin.

 

Katrin Egge
arbeitet als Logopädin am Evangelischen Geriatriezentrum Berlin.

 

 

Moderation:

Marita Huëber
ist Schauspielerin für Theater, Film und Fernsehen und hat am staatlichen Konservatorium in Wien studiert. Sie ist derzeit in Tom Tykwers Kino-Thriller „The International“ zu sehen, dem Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale. Ebenfalls auf der Berlinale zu sehen war sie in „Person to Person“ von Wim Wenders.

 


Bilder: Shutterstock (2), mauritius images (3)